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  Märchen
 
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Ein kleiner Ritter

Für S.

Es war einmal ein kleiner Ritter, der kämpfte gegen böse Drachen und schwarz gekleidete Männer. Mit seinem Schwert gewann er jeden Kampf, mit seiner Kleinwüchsigkeit war er wendig und schnell. Doch eines Tages begegnete er einem wunderhübschen Mädchen. So etwas vollkommenes und schönes hatte er noch nie gesehen. Plötzlich schienen die ganzen Kämpfe unwichtig und er verliebte sich in das Mädchen. Er versuchte sie zu beeindrucken und ihr nahe zu sein, sie für sich zu gewinnen. Er machte ihr Komplimente und freute sich in ihrer Nähe zu sein. Und als sie sich das erste Mal küssten war es ihm, als wäre der Himmel auf Erden. Doch das Glück hielt nicht sehr lange an, denn eines Tages sagte sie zu ihm, sie bekäme keine Luft mehr zum Atmen, weil er sie so fest halte. Er verstand dies nicht und ließ sie ziehen. Traurig und verzweifelt irrte der kleine Ritter nun durch die Lande und versuchte vergeblich zu verstehen, was denn nur geschehen war. Er liebte dieses Mädchen doch, warum sollte er ihr denn wehtun? Fest entschlossen kehrte er um und fragte so manchen Spielmann um Rat und Hilfe. Sie wiesen ihm alle den Weg zu seiner Liebsten. Als er dann vor ihr stand und in die Knie ging und sie fragte, ob sie ihn heiraten wolle, da blickte sie bestürzt. Sie sagte zu ihm, er habe es noch immer nicht verstanden und ging ein weiteres Mal von ihm fort.
Mit einem gebrochenen Herzen zog der kleine Ritter nun wieder hinaus in den Kampf gegen Bösewichte und versuchte sein Mädchen loszulassen. Er entfernte sich immer weiter von ihr und fing wieder Gefallen am Kämpfen. Sein Schwert lag so gut in seiner Hand wie noch nie, so hatte er das Gefühl. Nach einiger Zeit begegneten sich der Ritter und das Mädchen abermals und sie blickte in seine Augen und sah den Kampfgeist, die Leidenschaft und die Freiheit, die sie so in ihm vermisst hatte. Sie ging auf ihn zu und küsste ihn. Jetzt habe er endlich verstanden, sagte sie. Und sie nahm seinen erneuten Heiratsantrag an und so ziehen sie beide nun gemeinsam, trotz getrennter Wege, ihrem Herzen und ihrer Freiheit folgend, durch das Land.


 
   
 
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